Innenstädte und Quartiere fit für die Zukunft zu machen – das ist die wichtige Aufgabe der Städtebauförderung. Rotenburg ist darin mit gleich zwei Sanierungsgebieten, „Innenstadt und Niederungen“ und „Auf dem Loh“, vertreten. Um selber zu sehen, was mit den Fördergeldern vor Ort passiert, hat sich Stefano Panebianco, stellvertretender Behördenleiter im Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Lüneburg, aufgemacht und der Stadt Rotenburg die beiden aktuellen Bescheide persönlich übergeben. „Es ist ein super Anlass, mitzubekommen, was Sie Tolles vor Ort machen“, erklärt er.
Der Ort dafür ist gut gewählt: In der Alten Bäckerei im Innovationsquartier der Rotenburger Werke versammeln sich neben dem ArL und Bürgermeister Torsten Oestmann unter anderem die Werke-Geschäftsführer Sabine Ulrich und Thorsten Tillner. Das inklusive Quartier „sucht landesweit schon seinesgleichen“, erklärt Oestmann. Für die Umgestaltung werden unter anderem Mittel aus der Städtebauförderung genutzt. Das aktuell spannendste Gebäude dort sei laut Ulrich der „Leuchtturm“. Es soll ein markantes Gebäude werden, in dem unter anderem eine inklusive Volkshochschule entsteht - in enger Abstimmung mit der VHS Rotenburg.
Doch nicht nur dort passiert einiges. Erste Maßnahmen im Innenstadtbereich und im Gebiet „Auf dem Loh“ sind bereits umgesetzt oder in Arbeit. So ist der Neubau der Steinbeißergasse bereits fertig, das erste Millionenprojekt. Ebenso die öffentliche Toilettenanlage an der Nödenstraße. Dafür wird ein neues System bisher erfolgreich getestet. An der Großen Straße ist ein Trinkwasserbrunnen installiert, am Pferdemarkt ein Marktverteiler, der die Stromversorgung für den Wochenmarkt und Veranstaltungen sichert.
Die aktuell größten Projekte sind die Freizeitanlage am Sandhasenweg mit Basketballfeld und Soccer-Court. Ein „wesentliches Thema“ für Oestmann, schafft es doch zusätzlichen Aufenthaltsraum für Jugendliche. „Das ist gut für die soziale Infrastruktur.“ Familienfreundlich mit Aufenthaltsqualität für Jung und Alt wird es am Stadtstreek: Dort entstehen in den kommenden Monaten ein rollstuhlfreundlicher Wasserspielplatz sowie ein Piratenschiff. Der Wunsch nach Letzterem ist aus der Bürgerbeteiligung hervorgegangen. Wenige Meter weiter wird sich hinter dem Rathaus einiges bewegen: Richtung Aalter Allee soll ein kleiner Park nebst einer weiteren modernen Toilettenanlage entstehen. An der Großen Straße werden nach und nach die neuen Bänke sowie Mülleimer installiert. Auch auf dem Heimathausgelände ist Veränderung in Sicht. So ist unter anderem die Neuanlage des Bauern- und Apothekergartens geplant. Auch die Ertüchtigung der Straßenbeleuchtung sowie diverse Brückensanierungen beziehungsweise -neubauten stehen auf dem Programm.
„Sie haben hier richtig Lust, was zu machen, das sieht man“, lobt denn auch Panebianco. „Auch kleine Maßnahmen sind wichtig und Ideen der Bevölkerung werden gehört und umgesetzt. Man muss den Mut haben, Sachen anzugehen – und allen recht machen kann man es nie.“