Innenstadt und Niederungen
Bebauung an Aalterallee und Glockengießerstraße
Maßnahme 03 Innenstadt und Niederungen
Bebauung an Aalterallee und Glockengießerstraße
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Projektbeschreibung
Bestand
Der nördliche Innenstadtrand stellt die Außenansicht der Rotenburger Innenstadt dar. Im Bereich der Aalter Allee grenzt sie an die Wümmeniederung. Dieser Blick auf die offene Landschaft hat in dieser Konstellation Seltenheitswert. An der Glockengießerstraße ist dagegen die nördliche Straßenseite (außerhalb des Plangebiets) bebaut.
Die überwiegende Zahl der südlich gelegenen Grundstücke weist keine Bebauung auf oder wird als öffentlicher oder privater Parkplatz genutzt. Nur bei sehr wenigen Grundstücken existiert eine Bebauung mit städtebaulichem Bezug zu Aalter Allee beziehungsweise Glockengießerstraße. Das führt zu einer fehlenden Raumkante – anders als an der früheren innerörtlichen Hauptverkehrsachse Große Straße. Die Außenansicht wird überwiegend durch Parkplätze, Buschwerk und Gebäuderückseiten geprägt.
Diese Situation ist sowohl städtebaulich-gestalterisch als auch flächenökonomisch unbefriedigend, da hier ein großes Potenzial innerstädtischer Flächen unausgeschöpft bleibt.
Hintergrund für die Maßnahme
Um die Große Straße mit ihrer zentralen Einkaufsfunktion zu entlasten, wurde in den 1980er Jahren am nördlichen Innenstadtrand der Straßenzug Glockengießerstraße und Aalter Allee als Umfahrung ausgebaut. Auf diese Weise wurde die ehemalige Rückseite der Innenstadtgrundstücke zur neuen Vorderseite für den passierenden Verkehr.
Diesem Bedeutungswandel wird die straßenbegleitende Bebauung – sofern es sie überhaupt gibt – nicht gerecht, es entsteht eine ungünstige Außenwirkung der Rotenburger Innenstadt durch ungeordnete Strukturen und „Gesichtslosigkeit“. Lediglich nördlich der Glockengießerstraße bilden die straßenbegleitenden Gebäude einen städtebaulichen Rahmen, auf der südlichen Seite fehlt er völlig. Im weiteren Verlauf der Aalter Allee bestimmen die Wümmeniederung auf der nördlichen und verschiedene als Parkplätze genutzte und teilweise diffus mit Bäumen bewachsene Flächen auf der südlichen Straßenseite das Bild. Eine gestalterische Fassung – etwa durch Alleebäume oder straßenbegleitende Bebauung, die den Verkehrsraum auch als städtischen Raum definieren, fehlt hier. Die Rotenburger Innenstadt hat also keine städtebauliche Außenwirkung.
Die geltenden Bebauungspläne setzen in vielen Bereichen entlang der Aalter Alle und der Glockengießerstraße bereits Kerngebiete mit einer zwei- bis dreigeschossigen Bebauung und eine straßenbegleitende Randbebauung fest. Eine ausschließliche Nutzung für ebenerdiges Parken stellt also eine völlige Unterausnutzung dar.
Da das bestehende Baurecht kaum in Anspruch genommen wird, besteht offenbar ein Motivationsdefizit der Eigentümer für eine höhere Ausnutzung ihrer Grundstücke.
Motivationshemmnisse können viele Ursachen haben, zum Beispiel emotionale, organisatorische oder finanzielle Gründe. Um hier die Motivationshürde zu verringern, müssen methodisch andere Wege gegangen werden. Es braucht Verständnis für die individuelle Bauzurückhaltung,
um geeignete Methoden zu entwickeln, darauf einzugehen.
Zielbild und Konzept
Es wird eine zweigeteilte Strategie angestrebt:
- Fassung durch Grünstrukturen entlang der Aalter Allee, zum Beispiel durch grünen Mittelstreifen, konsequente Alleebaumpflanzungen etwa auf Parkstreifen
- Bauliche Fassung entlang der Glockengießerstraße bis zur Nödenstraße: Zwei- bis dreigeschossige Bebauung im vorderen
Bereich. Parken im Tiefgeschoss oder ebenerdig mit Überbauung. Definition eines Versickerungsflächenanteils.
Um das bisherige Motivationsdefizit der Eigentümer zu überwinden, muss eine direkte Ansprache erfolgen, bei der individuell die Hemmnisse ermittelt und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Beratungsangeboten zu den direkten und indirekten Fördermöglichkeiten kommt hierbei besondere Bedeutung zu.
Ein weiteres Element der Motivierungsstrategie stellen Visualisierungen möglicher baulicher Zukünfte dar, mit denen das Vorstellungsvermögen der Eigentümer unterstützt werden kann. Der Rahmenplan konzentriert sich auf den städtebaulichen Entwurf möglicher Baukörper entlang des nördlichen Rotenburger Innenstadtrands.
Nächste Arbeitsschritte und Bauabschnitte
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Mit städtebaulichen Entwurf muss bei den Eigentümern dafür geworben werden, die betreffenden Grundstücke zu entwickeln beziehungsweise zu verkaufen. Dies ist vorrangig Aufgabe des Sanierungsträgers.
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Prüfung auf Anpassungsbedarf der bestehenden Bebauungspläne, vermutlich Neuaufstellung erforderlich
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Prüfung auf Wahrnehmung des Vorkaufsrechts
News zum Projekt

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